Wechsel im Vorstand der KERAMIK-ORION

Strategische Weiterentwicklung der Kooperation (29.07.2011)

Mit neuen Strategien

KERAMIK-ORION - Am 1. Juli dieses Jahres hat Rainer Wolf als Vorsitzender des Vorstands die Nachfolge von Hans J. Welter bei der Keramik-Orion AG & Co. KG übernommen. Er hat sich vorgenommen, die Kooperation strategisch weiterzuentwickeln und den gemeinsamen Auftritt bei den einzelnen Gesellschaftern zu stärken. Michael Henke

Rainer Wolf hat nach eigener Aussage ein gut bestelltes Haus von
seinem Vorgänger Hans J. Welter übernommen. Er lobte in einem Gespräch in der FLIESEN & PLATTEN-Redaktion Mitte Oktober in Köln insbesondere die hervorragende Organisation und deren formale Abläufe, die werthaltigen Datenstämme und die Besetzung der Büroposition. Er hat sich vorgenommen, nun mit der Einkaufskooperation Keramik-Orion den nächsten Schritt zu machen und den Zusammenschluss von aktuell 47 Gesellschaftern mit etwas über 140 Standorten im In- und Ausland strategisch weiterzuentwickeln. 18 der Gesellschafter haben im Übrigen auch eine eigene Verlegeabteilung. Ganz oben auf der Agenda steht dabei,
der Eigenmarke „Cero“ eine eigene Philosophie zu geben. Bislang bieten die Fliesenhersteller Produkte für diese Marke an; die Gesellschafter entscheiden dann, ob die Serie aufgenommen wird. Zukünftig möchte Wolf, dass die „Cero“-Kollektionen schon nach den konkreten Vorgaben der Keramik-Orion entwickelt werden. Das betrifft sowohl das Design als auch die Preisstruktur. „Wir wollen mit ‚Cero‘ Trendsetter sein und bei Bewertung der Produkte die Brille unserer Kunden aufsetzen“, erläuterte Wolf die Zielsetzung. So soll die Eigenmarke noch attraktiver werden und in ihrer Gesamtheit ein ganz eigenständiges Profil bekommen.

Naturstein- und Sanitärbereich ausbauen

Darüber hinaus möchte Rainer Wolf den Naturstein- und den Sanitärbereich weiter ausbauen. Gerade bei Natursteinen gebe es eine ganz andere Lieferanten-Struktur, die mit der bei keramischen Fliesen
nicht vergleichbar sei, erläutert Wolf. In der Kooperation gebe es allerdings einige Gesellschafter, die sich hier sehr gut auskennen.
Deshalb möchte er die Kommunikation untereinander fördern, damit
auch andere  Gesellschafter von diesem Know-how profitieren können. Er denkt hierbei zum Beispiel auch an Kompensationsgeschäfte.

Ähnliches gilt für den Sanitär-Bereich, der unter dem Namen „Quadro Sanitär“ wie eine Eigenmarke geführt wird. Es liegen bereits Rahmenverträge mit namhaften Lieferanten für Sanitärprodukte und
Badmöbel vor. Aber noch nicht alle Gesellschafter vermarkten dieses Segment. „Viele erkennen, dass die Zeiten vorbei sind, in
denen man Fliesen mit Schiebeständern präsentieren konnte“, sagt Wolf. Man brauche eine gute Beratung, eine Ausstellung mit ästhetischen Anwendungsbeispielen und eine eigene Unternehmensphilosophie, um auch den Baumarkt-Kunden in den professionellen Fliesenhandel zu locken und ihn dort von dem eigenen Angebot zu überzeugen.

Auch bei der Positionierung sollte die Kooperation ihren Gesellschaftern helfen, findet Wolf, und zentrale Angebote entwickeln, zum Beispiel Schulungen in den Bereichen Marketing und Verkauf. Damit könnte auch der Außenauftritt der Gesellschafter bei allen Unterschieden in den
Betriebsstrukturen und -ausrichtungen auf Dauer einheitlicher werden.

„Ich spüre bei den Gesellschaftern eine positive Resonanz auf diese Ziele“, sagt Wolf. Letztlich sind sie aber nur Vorschläge, die von den Gesellschaftern getragen und umgesetzt werden müssen. Deshalb
ist er viel unterwegs, um alle Gesellschafter kennenzulernen. „Wenn man Veränderungen einleiten möchte, muss man persönlich mit den Leuten sprechen und ein Gefühl dafür bekommen, was machbar
ist“, lautet sein Credo.

Mit weniger Lieferantenmehr Umsatz machen

Ein weiteres wichtiges Thema von Wolfs Arbeit wird auch die zukünftige Lieferanten- Struktur sein. „Wir müssen uns die Frage stellen, wie unsere Lieferanten der Zukunft aussehen sollen, welche
Produkte und Leistungen sie uns bieten müssen“, erläutert Wolf. „An den von uns noch genau festzulegenden Kriterien sind die Hersteller zu messen.“ Sein Ziel dabei: Mit leistungsstärkeren und attraktiveren
Lieferanten mehr Umsatz zu machen und insgesamt den Lieferantenkreis Schritt für Schritt zu verschlanken. Er denkt dabei
auch an eine Quotierung: Nur wenn 60 bis 70 Prozent der Gesellschafter einen Hersteller befürworten und bereit sind,
dessen Produkte zu platzieren, soll ergelistet werden.

Wolf ist sich bewusst, dass diese Strategie auch zum Auslisten von Lieferanten führen wird, mit denen zurzeit Rahmenverträge bestehen. „Für diesen Fall müssen wir unsere Gesellschafter zur aktiven
Mitarbeit bewegen und Lösungen für Probleme anbieten, wie zum Beispiel den Umgang mit den Lagerbeständen ausgelisteter Hersteller“, beschreibt Wolf.

Ein großes, vielfältiges und interessantes Aufgabenspektrum. Jetzt gilt es nach Rückkopplung mit den Gesellschaftern Prioritäten zu setzen, einen Zeitplan zu erstellen und die Projekte peu à peu anzugehen und abzuarbeiten.

 


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